Terrasse mit Gefälle für die Entwässerung bauen
Eine Terrasse braucht ein Gefälle von etwa 1/8" bis 1/4" pro Fuß, also grob 0,6° bis 1,2°, damit das Wasser abläuft und nicht stehen bleibt. Machst du das falsch, passieren zwei Dinge. Das Wasser sammelt sich und lässt die Bretter faulen, und die Terrasse fällt durch die Abnahme, wo die Bauvorschrift kontrolliert wird. Das Gefälle kannst du messen, einbauen und mit deinem Handy prüfen.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Mindestmaß in der Bauvorschrift sind 1/4" pro Fuß (1,19°, 2,08%) bei Terrassen mit fester oder wasserdichter Oberfläche. Das ist die 2-Prozent-Regel, die du auf der Baustelle hörst.
- Stehendes Wasser lässt Holz faulen, auch druckimprägniertes. Der Anschluss ans Haus, wo die Terrasse an die Wand kommt, geht als Erstes kaputt.
- Auch WPC-Dielen brauchen Gefälle. Faulen tun sie nicht, aber wo Wasser steht, wächst Algenbelag und es wird rutschig.
- Stell 1,15° als Zielwinkel ein, dann sagt dir die App beim Unterlegen, wie weit du noch daneben bist.
- Ein Foto mit Datum aus dem Tagebuch reicht dem Prüfer meist als Nachweis.
Warum das Gefälle wichtig ist
Stehendes Wasser lässt eine Terrasse von unten verrotten. Holz fängt an zu faulen, sobald es dauernd nass bleibt, und druckimprägniertes Holz ist da keine Ausnahme. Die Oberseite der Diele bekommt das Meiste ab. Am schlimmsten ist die Stelle, wo die Terrasse ans Haus geschraubt ist, denn Wasser, das dort steht, zieht direkt ins Balkenwerk des Hauses. Genau da wird aus einem Fäulnisproblem ein Problem für die Statik.
WPC- und PVC-Dielen faulen nicht, aber stehendes Wasser ist trotzdem ein Problem. Trex, TimberTech und Fiberon geben in ihren Verlegeanleitungen alle mindestens 1/4" pro Fuß vor. Wo Wasser steht, wächst Algen- und Schimmelbelag auf der Oberfläche, und eine grüne WPC-Terrasse ist glatt unter den Füßen. Das ist ein Sicherheitsproblem, nicht nur eine Frage der Optik.
Die Vorschrift ist hier eindeutig. Eine feste oder wasserdichte Terrassenoberfläche muss mindestens 1/4 Zoll pro Fuß Gefälle vom Haus weg haben, also 2,08%. Wo die Bauvorschrift kontrolliert wird, lehnt der Prüfer eine Terrasse ab, die das nicht schafft. Das Gefälle nachträglich zu korrigieren kostet viel mehr, als es von Anfang an einzubauen.
Wie viel Gefälle du brauchst, je nach Dielenmaterial
Wie viel Gefälle du brauchst, hängt von den Dielen ab und davon, ob die Oberfläche geschlossen oder mit Fugen verlegt ist. Eine geschlossene oder wasserdichte Oberfläche braucht mehr Gefälle, weil das Wasser nur über die Kante wegkommt. Holzdielen mit Fugen lassen das Wasser durch die Fugen ab, deshalb erlaubt die Vorschrift dafür ein geringeres Mindestmaß.
| Dielenmaterial | Mindestgefälle | Empfohlenes Gefälle | Grad |
|---|---|---|---|
| Druckimprägniertes Holz (mit Fugen) | 1/8" pro Fuß (1,04%) | 1/4" pro Fuß (2,08%) | 0,60° min / 1,19° empf |
| WPC / PVC-Dielen | 1/4" pro Fuß (2,08%) | 1/4" pro Fuß (2,08%) | 1,19° |
| IPE / Hartholz (mit Fugen) | 1/8" pro Fuß (1,04%) | 1/4" pro Fuß (2,08%) | 0,60° min / 1,19° empf |
| Wasserdichte Bahn / Fliesen | 1/4" pro Fuß (2,08%) | 3/8" pro Fuß (3,12%) | 1,19° min / 1,79° empf |
Die 1/4" pro Fuß sind dieselbe Zahl in ein paar Einheiten: 2,08% Gefälle, 20,8 mm/m und 1,19°. Spirit Level Pro zeigt dir jede davon an. Tipp auf den Einheiten-Chip in der Toleranzzeile, um zwischen Grad, %, mm/m, Zoll/Fuß und Verhältnis zu wechseln.
Drei Wege, das Gefälle ins Terrassengerüst einzubauen
Du kannst das Gefälle auf drei Arten schon beim Bau einbauen. Welche passt, hängt davon ab, ob du neu aufbaust, vor dem Aushärten des Betons noch anpasst oder mit einem Gerüst arbeitest, das schon steht.
Weg 1: den äußeren Träger tiefer setzen als das Anschlussbrett
So macht man es beim Neubau normalerweise. Das Anschlussbrett wird in fester Höhe ans Haus geschraubt. Der äußere Träger sitzt auf Pfosten, und die Pfostenhöhe legt das Gefälle fest. Für 1/4" pro Fuß auf einer 12 Fuß breiten Terrasse sitzt der äußere Träger 3 Zoll tiefer als das Anschlussbrett. Die Rechnung ist einfach: Terrassenbreite in Fuß mal 0,25 Zoll ergibt den gesamten Höhenunterschied.
Leg die Pfostenhöhen beim Anreißen fest, bevor du die Fundamente gießt. Einen Pfosten am Boden auf Länge zu sägen ist leichter, als sich mit einem herumzuschlagen, der schon im Beton steckt. Prüf das Gefälle mit einem geraden Brett und deinem Handy nebenher: nach den Pfosten, nach dem Träger und nach den Balken.
Weg 2: verstellbare Pfostenschuhe
Mit verstellbaren Pfostenschuhen (Hülse und Schraube) stellst du die Pfostenhöhe noch nach, wenn der Beton schon ausgehärtet ist. Simpson Strong-Tie und andere machen Schuhe mit 1" bis 3" Verstellweg. Gut, um das Gefälle einzustellen, wenn das Gerüst schon steht, und die beste Wahl, um eine alte Terrasse zu richten, deren Pfosten schon im Beton stehen.
Weg 3: keilförmig aufgedoppelte Balken
Für eine kleine Korrektur an einem fertigen Gerüst sägst du einen Keil in Doppelbalken und schraubst sie neben die vorhandenen Balken. Ein 12-Fuß-Balken mit 1/4" pro Fuß gesägt hat am Anschlussbrett die volle Höhe und am äußeren Ende 3 Zoll weniger. Das ist zähe Arbeit, aber Pfosten und Fundamente bleiben in Ruhe.
So misst du das aktuelle Gefälle deiner Terrasse
Das Gefälle zu messen dauert rund 10 Minuten und gibt dir einen Wert in der Einheit, die deine Vorschrift benutzt. Ein Handy auf einer einzelnen blanken Diele misst nur diese Diele, und eine schüsselige oder gewölbte Diele verfälscht den Wert. Leg ein gerades 6-Fuß-Brett quer über mehrere Dielen und setz das Handy darauf. Damit mittelt sich der Unterschied zwischen den Dielen weg.
- Stell die Gefälle-Einheit ein. Öffne Spirit Level Pro und tipp auf den Einheiten-Chip in der Toleranzzeile. Wechsle auf % oder mm/m, die Einheiten, in denen Entwässerungsvorgaben stehen. Ein Wert von 2,08% oder 20,8 mm/m heißt, du liegst genau auf dem Mindestmaß von 1/4" pro Fuß.
- Nimm ein gerades 6-Fuß-Brett. Ein gerader Dachlattenabschnitt oder eine lange Wasserwaage tun es. Das Brett überbrückt mehrere Dielen, damit deren Schüsseln und Wölben den Wert nicht verfälschen. Leg es quer zum Haus, von der Hauswand nach außen zur Kante.
- Setz dein Handy auf das Brett. Leg das Handy flach hin und gib dem Wert 2 Sekunden, bis er steht. Lies das Gefälle ab. Springt der Wert weiter, tipp auf Halten/Einfrieren, sobald er ruhig ist, dann friert die Anzeige ein.
- Prüf drei Stellen über die Breite. Lies das linke Drittel, die Mitte und das rechte Drittel. Gleiche Werte heißen, das Gefälle ist gleichmäßig. Weichen sie um mehr als 0,5% ab, hat das Gerüst eine Verwindung oder ein Balken sitzt auf falscher Höhe, und das muss raus.
- Speicher die Werte im Tagebuch. Fotografier jeden Wert mit dem Brett im Bild. Speicher ihn unter einem Projektnamen wie „Terrasse hinten 2026". Die Aufzeichnungen helfen bei der Abnahme und wenn du später an der Terrasse weiterarbeitest.
Measure your deck slope now with Spirit Level Pro — free, no download needed.
Open Spirit Level ProMit dem Zielwinkel beim Bau auf 1/4" pro Fuß kommen
Der Zielwinkel ist genau dafür gemacht. Statt zu zeigen, wie weit du von der Waagerechten weg bist, zeigt er, wie weit du von einem beliebigen Winkel weg bist, den du einstellst. Stell das Ziel auf 1,15°, also 1/4" pro Fuß Gefälle, und die App zeigt, wie weit der Balken oder Träger davon abweicht. Du zielst auf null Abweichung vom Ziel, nicht auf null gegen die Waagerechte.
Zielwinkel fürs Terrassengefälle einstellen: Tipp in Spirit Level Pro auf die Zielwinkelzeile unter der Toleranzzeile, gib 1,15 ein und bestätige. Die Blase steht jetzt mittig, wenn die Fläche auf 1,15° liegt, also 1/4" pro Fuß Gefälle. Der Ton piept schneller, je näher du kommst, und wird zum Dauerton, sobald du es triffst. So kannst du mit beiden Händen unterlegen und einfach hinhören, statt auf den Bildschirm zu schauen.
Beim Unterlegen hast du nie eine Hand fürs Handy frei. Mit Ton an brauchst du keine. Leg das Brett über die Balken, schieb einen Keil rein oder zieh ihn raus und hör, wann der Ton durchläuft. Du hältst nicht nach jedem Handgriff an, um auf den Bildschirm zu schauen, und genau da geht die Zeit drauf, wenn du nach Augenmaß und Zollstock arbeitest.
Die Tonzonen richten sich nach dem Ziel. Bist du das Vierfache der Toleranz vom 1,15°-Ziel weg, piept es langsam. Kommst du in die Toleranz, läuft der Ton durch. Nimm dafür die Toleranz-Voreinstellung Finish (±0,3°). Die hält das gute Band eng genug, dass es zählt, ohne bei etwas Durchbiegen des Bretts anzuschlagen.
So richtest du eine Terrasse, auf der schon Wasser steht
Eine Terrasse, auf der sich Wasser sammelt, hat eins von drei Problemen. Das Gerüst wurde eben gebaut oder fällt zum Haus hin ab. Einzelne Dielen sind schüsselig und halten Wasser in den Mulden. Oder die äußeren Pfosten sind abgesackt. Miss zuerst das Gefälle mit den Schritten von oben. Das sagt dir, ob du ein Gerüstproblem oder ein Dielenproblem hast.
Balken unterlegen
Ist das Gefälle zu flach, läuft aber in die richtige Richtung, bringen keilförmige Unterlagen zwischen Balken und äußerem Träger Gefälle, ohne dass du etwas austauschst. WPC-Keile oder gesägtes druckimprägniertes Holz gehen beide. Leg die Keile am Hausende jedes Balkens unter, um die Hausseite gegenüber dem äußeren Träger anzuheben. Prüf das Gefälle nach jedem Keil mit dem Handy.
Verstellbare Pfostenschuhe
Stehen die äußeren Pfosten im Beton und das Gefälle liegt deutlich daneben, sind verstellbare Pfostenschuhe die sauberste Lösung. Senk die äußeren Schuhe um den Höhenunterschied, den du brauchst. Eine 12-Fuß-Terrasse, die 3" braucht, heißt jeden äußeren Schuh um 3" tiefer. Das legt das Gefälle gleichmäßig übers ganze Gerüst. Prüf danach die Balken quer auf Waage, damit du keine Verwindung reingebracht hast.
Schüsselige oder gewölbte Dielen tauschen
Eine schüsselige Diele hält Wasser in der Mulde, auch wenn das Gerüst richtig abfällt. Eine Diele, die sich nach oben wölbt, wirkt wie eine kleine Rinne. Tausch sie aus, oder dreh sie mit der Wölbung nach oben, wenn sie geschraubt ist und das Holz noch fest genug zum Wiederschrauben. WPC-Dielen schüsseln nicht, können sich aber verziehen, und da hilft nur austauschen.
Balken aufdoppeln
Für eine größere Korrektur, ohne die Pfosten anzurühren, doppelst du neue keilförmige Balken neben die alten. Die neuen Balken tragen die Dielen und geben das richtige Gefälle vor. Die alten bleiben für die Statik. Das ist mehr Arbeit, aber die sicherste Lösung, wenn das Gerüst in Ordnung ist und nur im falschen Winkel sitzt.
In welche Richtung sollte eine Terrasse abfallen?
Immer vom Haus weg. Darüber muss man nicht diskutieren. Das Anschlussbrett und das Balkenwerk des Hauses dahinter sind die Teile, die du am wenigsten nass haben willst. Fällt die Terrasse vom Haus weg ab, läuft das Wasser zur äußeren Kante, tropft dort auf den Boden und richtet keinen Schaden an.
Eine zweite Frage lassen die meisten Anleitungen aus: wohin das Wasser läuft, wenn es die Kante erreicht. Eine Terrasse, die richtig abläuft, aber auf den Zaun des Nachbarn, einen Betonweg oder die Pflanzen an der Hauswand kippt, verschiebt das Problem nur. Schau dir an, was unter der äußeren Kante liegt, bevor du dich für eine Richtung entscheidest. Ein Wasserspeier oder eine kleine Rinne am äußeren Randbalken leitet das Wasser dahin, wo du es haben willst.
Bei einer breiten Terrasse, über 16 Fuß, denk über ein doppeltes Gefälle nach. Lass beide Hälften zu einer Rinne in der Mitte hin abfallen, statt die ganze Fläche zu einer Kante zu kippen. Das verringert den gesamten Höhenunterschied, den du auf einer sehr breiten, einseitig geneigten Terrasse unter den Füßen spürst.
Worauf der Prüfer bei der Entwässerung achtet
Ein Prüfer schaut bei der Terrassenentwässerung auf zwei Dinge: in welche Richtung sie abfällt (vom Haus weg) und wie stark (das Mindestmaß von 1/4" pro Fuß bei fester Oberfläche). Die meisten bringen am Tag eine Wasserwaage und einen Zollstock mit. Deine Messungen aus der Bauphase helfen trotzdem, falls etwas strittig ist.
Ein Tagebuch mit datierten Fotos aus dem Rohbau hat Gewicht. Jedes Foto zeigt den Wert, das Datum und in welcher Phase das Gerüst war. Das ist im Nachhinein schwer zu fälschen, und ein Prüfer, der so etwas sieht, muss meist nicht mehr alles vor Ort nachmessen.
Worauf der Prüfer bei der Entwässerung achtet:
- Gefällerichtung. Das Wasser läuft vom Haus weg, nicht darauf zu. Manche Prüfer kippen etwas Wasser auf die Fläche, um zu sehen, wohin es läuft.
- Gefällemaß. Mindestens 1/4" pro Fuß bei fester Oberfläche. Manche nehmen Fotos aus dem Bau an, andere messen vor Ort.
- Abdichtung am Anschlussbrett. Eine Abdichtung über und hinter dem Anschlussbrett hält Wasser aus dem Anschluss ans Haus. Getrennt vom Gefälle, aber am selben Schaden beteiligt.
- Fugenabstand. Bei Holzdielen mit Fugen lässt der Abstand zwischen den Brettern (etwa 1/8" bis 1/4") das Wasser durch die Oberfläche ab.
Speicher deine Tagebucheinträge unter einem Projektnamen, der zu deiner Baugenehmigungsnummer passt. Exportier das Projekt als PDF von der Tagebuchseite. Du bekommst ein druckfertiges Dokument mit den Werten, GPS-Angaben und Fotos. Gib es dem Prüfer bei der Endabnahme.
Häufige Fragen
Wie viel Gefälle braucht eine Terrasse für die Entwässerung?
Das Mindestmaß sind 1/4" pro Fuß bei fester oder wasserdichter Oberfläche. Das sind 2,08%, 20,8 mm/m oder 1,19° in anderen Einheiten. Bei Holzdielen mit Fugen, egal ob druckimprägniert oder Hartholz, sind 1/8" pro Fuß üblich, weil das Wasser durch die Fugen abläuft. Die meisten nehmen einfach überall 1/4" pro Fuß, um es einfach zu halten.
Brauchen WPC-Dielen ein Gefälle für die Entwässerung?
Ja. Trex, TimberTech und Fiberon geben in ihren Verlegeanleitungen alle mindestens 1/4" pro Fuß (1,19°) vor. WPC fault nicht, aber wo Wasser steht, wächst Algen- und Schimmelbelag auf der Oberfläche, und das wird rutschig.
Meine Terrasse ist eben. Muss ich das ganze Gerüst neu bauen?
Meistens nicht. Verstellbare Pfostenschuhe können den äußeren Träger nachträglich absenken und Gefälle bringen, ohne Neubau. Für eine kleine Korrektur doppelst du keilförmige Balken neben die alten und richtest so das Gefälle, ohne Pfosten oder Fundamente anzurühren. Miss zuerst das aktuelle Gefälle. Vielleicht brauchst du weniger, als du denkst.
In welche Richtung sollte eine Terrasse abfallen?
Immer vom Haus weg, mit der äußeren Kante als Tiefpunkt. Fällt sie zum Haus hin ab, läuft das Wasser direkt aufs Anschlussbrett und Fundament, die schlechtesten Stellen dafür. Läuft die Kante irgendwohin, wo du es nicht willst, setz einen Wasserspeier oder eine kleine Rinne an den äußeren Randbalken, um es umzuleiten.